Pflanzen in Pflasterfugen

Mit Windschatten und Sonne sind die Miniaturbeete zwischen dem Natursteinpflaster auf der Terrasse ein prima Aktionsfeld im zeitigen Frühjahr. „Grün statt Splitt“ ist hier keine neue Devise.

Abgesehen von gelegentlichen Rasenmäher-Einsätzen und dem Freilegen überwucherter Platten erfolgt die Fugenreinigung eher minimalintensiv mit Fokus auf die Eindämmung des Löwenzahns. Dabei gibt es dank des eher üppigen Spaltmaßes einiges zu entdecken. Neben verschiedenen Gräsern und Beetflüchtlingen wie dem Feldsalat im Bild finden sich diese Gewächse in Ritzen und Spalten:

  • Gänseblümchen – nicht wirklich trittfest doch erstaunlich robust
  • Gundelrebe – im sonnigen Kies an der Hauswand
  • Kriechender Günsel mit rotbraunen Blättern – im Schatten
  • Weißklee – noch ein Bienenmagnet
  • Moose, darunter (sofern mir die Bestimmung gelungen ist) Atrichum-Arten und Barbula-Polster
  • Breitwegerich
  • Gartenschaumkraut (lecker!)
  • Margarithen
  • Vergissmeinnicht
  • Frühlings-Fingerkraut – ließ sich prima aus bewurzelten Risslingen vermehren
  • Habichtskraut (hieracium villosum) – überwuchert sogar betonierte Flächen

Neue Kandidaten für die „Verdrängen statt Jäten“-Strategie habe ich unteranderem im großartigen Buch „Blackbox Gardening“ gefunden. Hierzu habe ich noch keine Erfahrungswerte:

  • Kleinwüchsige Thymian-Arten: Roter Feld-Thymian ‚Coccineus‘ (thymus serpillum) und „Mattenthymian“ (thymus rotundifolius) waren im Baumarkt zu haben. Als trittfest gelten auch kleinbleibende Sorten des gewöhnlichen (thymus pulegioides) und frühblühenden Thymians (thymus praecox).
  • Scharfer Mauerpfeffer (sedum acre) – Kandidat für einen Verpflanzungsversuch
  • Großblättriger Frauenmantel (alchemilla mollis) – nichts für vielgenutzte Wegstrecken
  • Strahlenlose Kamille (matricaria discoidea) – oft auf geschotterten Wegen oder in der Stadt zu finden
  • Hauswurz (sempervivum) – der Beiname „Steinrose“ macht Lust aufs Ausprobieren
  • Hungerblümchen (erophila verna)

Und ein paar Arten, die sich aufgrund ihrer Wuchshöhe eher nicht für die Terrassenmitte oder Wege eignen, sondern eher Kandidaten für Standorte an oder in Trockenmauern sind:

  • Löwenmäulchen – gerade eingesät
  • Stockrosen – dito
  • Kalifornischer Mohn – folgt
  • Spornblume (centranthus ruber)
  • Natternkopf (echium vulgare)

Übrigens, selbst wenn das Bußgeld von 50.000 Euro offensichtlich nicht Jeden abschreckt: Auf „Nichtkulturland“ wie Terrassen und Wegen dürfen generell keine Unkrautvernichter eingesetzt werden. Auch Hausmittel wie Essig oder Salzwasser sind verboten (§ 12 Abs. 2 PflSchG).

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