Gartennotizen Juli

In Sachen Insekten scheint hier die Welt noch vergleichsweise in Ordnung. So mitgenommen wie der Schmetterling im Bild sehen die wenigsten aus. Neben unterschiedlichen Faltern ließ sich am Schmetterlingsflieder neulich eine Hornissenschwebfliege (Große Waldschwebfliege, volucella zonaria) nieder. Das abendliche Zirpen der Grillen ist die Wucht. Bloß Glühwürmchen habe ich dieses Jahr noch nicht entdeckt.

Eine der zurückgefrorenen Hortensien blüht – zwar spärlich aber unverhofft mehrfarbig bis hin zu zeitweise sattem Blau. Im Staudenhügel schlagen sich die beiden Storchschnäbel aus dem Gartenmarkt-Ausverkauf wacker: Gegen den Giersch behaupten sie sich etwas zögerlicher als der Frauenmantel. Die selbstgezogenen Mini-Buxies nahe der Haustür scheinen angewachsen. Vom diesjährigen Buchsheckenschnitt leben noch ein paar Stecklinge und für einiges an Lavendel-Nachwuchs besteht noch Hoffnung. Über eine liebevoll bebilderte Anleitung für Rosmarin bin ich im Blog von Swetlana Osmers gestolpert und erwäge einen Versuch mit einer frostharten Sorte wie ‚Blue Winter‘.

Zu einer zweiten Blührunde haben die Zuckererbsen angesetzt und ich bin froh, nur eine halbe Reihe angelegt zu haben. Ob es an dem seltsamen Wetter dieses Jahr liegt? Dem Feldsalat gefällt’s ebenso: Ernte bis Ende Juli – und massenweise Samen, sowohl von selbst verteilt im Gemüsebeet als auch eingesammelt. Ein Bodendecker zum Aufessen. Trotz des Gegenteils von Weinbergsklima, rechne mit Chancen für diese Idee.

Der Holunder braucht noch Zeit, ebenso wie die Bohnen. Daher habe ich mich dem Umsetzen des zweiten Komposters gewidmet. Meinen Eindruck „zu nass“ wiederlegten unzählige Regenwürmer. Versetzt mit frischem Grünschnitt haben sie jetzt wieder genug zu futtern und ich zwei runde Stehsammler an Ausbeute, noch ein bisschen Platz und ein gutes Jahr Zeit bis zur nächsten Mission-Erdmädchen.

Die Zwiebeln hat „Es“ dahingerafft. Ich tippe auf Schnecken. Ein bisschen winziger Knoblauch ist geerntet – und natürlich Schnittlauch, jede Menge Schnittlauch. Viel mehr gibt das Gemüsebeet mangels Aussaat im Frühjahr diesen Sommer nicht her. Eine eher mäßige Idee war wohl das Umsetzen des Meerrettichs. Die im Frühling 2015 gesetzten Fechser hatten von der Dicke eines dünnen Bleistifts auf die eines Daumens zugelegt. Eine Woche nach dem Zusammentreffen von Platz in einer schattigeren Ecke des Gemüsebeets, Zeit und Überwindung für den Umzug, wachsen jetzt die Zweifel gegenüber einem Neuaustrieb.

In der Erde versenkt sind ein paar Samen-Restbestände: Mangold (auf dass es sommers besser gelingt als bei den bisherigen Frühjahrsversuchen), Petersilie (ich gebe nicht auf) plus Kerbel (der Alterspräsident: ein Tütchen aus 2001 …) Zu trocken für eine Saat wird es in den nächsten Tagen kaum werden.

Anmerkungen dazu?

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